…das war Titel des Artikels den ich mir ausgedacht hatte.
Ich fang aber mal vorne an:
Meine Chäschuechli-Aktion gestern am Flughafen hat irgendwie nicht geklappt. Ich musste noch Euro abheben und der Kurs hat mich so geschockt, dass alles um mich rum in Vergessenheit geraten ist.
Beim Einsteigen wurde mir dann bewusst, dass alle Möglichkeiten geschwunden sind – entweder russisches Essen bei Aeroflot oder….Müsliriegel (ich hab 42 Stück eingepackt – man weiss ja echt nie!).
Flug war ok, der nette Russe mit der Louis Vuitton Tasche war aber nicht gerade eine Plaudertasche. Auf die Frage ob ich mal vorbei darf, hat er mit ja geantwortet – immerhin was.
Meiner Meinung nach sollte der Flug nach Moskau 5 Stunden dauern, ich Schlaumeier hatte aber die Zeitverschiebung vergessen – also nur 3 Stunden, sehr gut! Umsteigen ok, weiter in die nächste Maschine in der ich mir eine Dreierreihe geangelt habe. Ok, 2 Stunden habe ich die Augen zumachen können, die restlichen 4 Stunden habe ich mit Lesen, Toilette gehen, Zähne putzen und Leute beobachten verbracht.
Ankunft mit Sonnenaufgang in Ulan Bator – sehr schön! Mir war etwas mulmig – sollte sich aber gleich legen. Denn mein Rucksack ist weg! Laufband abgeschaltet, nichts da. Der Mongole an sich ist eher gemütlicher und dem freundlichen Herrn am “Gepäck-ist-weg-Schalter” war das auch irgendwie nicht so zentral wichtig wie mir.
Kommen Sie morgen wieder, heute kommt keine Maschine mehr aus Moskau.
David und Tseku (National Office Mongolia) waren der Abholservice. Die halbe Stunde Fahrt in die City war schon ein kleines Abenteuer. Verkehrsregeln gibt es keine, überall freilaufende Hunde und SCHLAGLÖCHER!!! Freu mich schon auf die 3-4 Stunden Fahrt nach Darkhan…
Im Hotel konnten wir uns frisch machen (Danke David für die Socken – morgen bekommst Du sie zurück) und weiter ins Büro.
Ich behaupte jetzt mal ganz spontan, dass das Büro locker grösser ist als unseres in Dübendorf und auch fast ein bisschen schöner – nur ohne Flose…
Hier hat ein Debriefing eines Projektes zusammen mit Offiziellen aus verschiedenen Bereichen (Polizei, Gefängnis, Kindergärten, etc.) stattgefunden. Sehr spannend – mich hat aber die Müdigkeit eingeholt. Gleich wie den Chef des Frauengefängnisses, er hat mal schön das ganze Meeting verratzt, ist aufgewacht weil sein Handy geklingelt hat und ist dann einfach gegangen. Ich vermute, dass eine Schwerverbrecherin abgehauen ist, warum sonst sollte er so einen Anlass einfach verlassen? ![]()
Ich habe zwei Stunden im Bett verbracht und mich ums erste Mittagessen gedrückt – wobei es bei mir Pringles und Landjäger gab…Die Landjäger waren eigentlich für Jürgen aus Deutschland als Mitbringsel – aber er ist Vegetarier. Was ein Glück – denn meine Vorräte sind im Rucksack!!!
Hatte ich erwähnt, dass ich leichte ähh nennen wir es mal Schwierigkeiten mit Essen östlich von Bayern habe?
So, jetzt kommen wir aber mal auf den Punkt und das ist mir auch wichtig!
Nach der Mittagspause für alle ging es im National Office weiter. Kinder aus verschiedenen “Licht-Häusern” kamen zu Besuch um für uns Gesang und Tanz aufzuführen (Blue Sky Choir – ein Projekt von World Vision in Zusammenarbeit mit dem CDPP Programm in Ulan Bator). Ok, ich bin ehrlich, den Gedanken an die Aufführung fand ich nicht ganz so spannend – bis sie losgelegt haben:
Was für Stimmen, was für Gesang, was für eine Freude!
Für jedes Stück andere Gewänder und Anzüge – sehr farbenfroh.
Man hat gesehen wie glücklich die Kinder sind, wow.
Im Anschluss haben wir Kugelschreiber und Schokolade verteilt. Damit reisst man in Europa wohl niemanden mehr vom Hocker, aber das war ehrliche Begeisterung. Hätte ich doch mehr gehabt und wär mein Rucksack schon da. Ich war innerlich wirklich wütend – warum musste das passieren. Es geht doch nicht um mich!
Im Anschluss an die Aufführung haben wir mit 3 Kindern ein Interview geführt (wir werden ein Mailing mit Geschichten von Kindern aus der Mongolei verschicken, hierfür brauchen wir die Infos).
Die Kinder haben auf der Strasse gelebt, haben gar nichts/fast nichts - ausser der Musik und dem Tanz. Mit dieser Kreativität haben sie es aber auch geschafft in der Schule sehr gut zu werden, glücklich zu werden.
Ich habe mich getraut zu fragen was ihre Wünsche sind: alle drei haben den gleichen Wunsch - ihre Mutter und ihren Vater wieder zu treffen und als Familie wieder vereint zu sein. Scheisse! Spätestens dann konnte ich meine Tränen nicht mehr halten und konnte nicht mehr stark sein. Das einzige was ich ihnen raten konnte war, dass sie jeden Abend dafür beten sollen, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen.
Ich habe während dem Gespräch mir immer wieder den Kopf zerbrochen wie ich helfen kann. Sofort und hauruck geht hier gar nichts. Doch wir können die Geschichten dieser Kinder erzählen – dadurch Menschen und Firmen davon begeistern zu helfen. Uns geht es so gut….
Eine kleine Rechnung im Kopf hat ergeben, dass wir (12 Freunde) am Sonntag gut gegessen haben und hierbei ca. 300 Euro verbraten haben. Wir können uns das leisten, wir (also vielleicht auch vor allem ich) essen gerne.
Was wäre wenn wir uns getroffen hätten und Kartoffeln mit Quark gemacht hätten, dazu Getränke. Das wären höchstens 20 Euro gewesen – 280 Euro könnten wir direkt spenden…
Ich werd jetzt nicht verrückt und “spendengeil” aber vielleicht müssen wir einfach manchmal umdenken, wenigstens ab und zu mal.
Sind im Anschluss über einen Markt geschlendert, ganz schön tiefe Preise überall.
Zum Abendessen habe ich mir die guten Bockwürstchen von Zarländer gemacht (made in Germany). Irgendwann lern ich das noch mit dem Essen! Heute aber nicht mehr!
Und auf einmal ist es mir auch gar nicht mehr so wichtig ob mein Rucksack da ist oder nicht – hier gehts die nächsten Tage um was ganz anderes! Hab mir billige Socken und eine frische Unterhose gekauft – das geht wunderbar.
Werde mir jetzt noch an der Hotelbar ein Bier gönnen und ein wenig versuchen den Kopf freizubekommen, dann ins Bett fallen.
Hier sind wir ja 6 Stunden voraus.
Ich freue mich wenn Ihr den Blog lest und davon weitererzählt!
Morgen dann mehr, einfach wirds aber nicht.
Wir werden am Morgen eine Station besuchen in der Kinder vorübergehend untergebracht sind, weil man nicht weiss wer sie sind, woher sie kommen und es keine Plätze für sie gibt in richtigen Heimen….ich werde berichten….
